Welches Potenzmittel ist das beste und rezeptfrei?

Von den genannten Produkten, wenn es denn unbedingt die Chemie-Keule sein muss, halten wir Cialis für das beste.

Es wirkt deutlich selektiver als das altbekannte Viagra, da der Wirkstoff Tadalafil PDE 6 nicht beeinflusst. Die bekannten Nebenwirkungen von Viagra basieren in erster Linie auf (unerwünschte) die sogenannte  PDE 6Hemmung.

Dass die erwünschte Wirkung (in dem Fall die männliche Erektion) im Durchschnitt bei Viagra etwas intensiver ausfällt, hängt mit der entsprechenden eingenommenen Dosis zusammen. Das allgemein propagierte Äquivalent (100mg Sildenafil = 20mg Tadalafil) wurde in einigen Studien widerlegt.

Trotzdem sollten mindesten 20mg bei weitem ausreichen. In bestimmten Fällen kann es Sinn machen, wenn der unter Erektiler Dysfunktion Leidende Mann zusätzlich Arginin (http://de.wikipedia.org/wiki/Arginin) zu sich nimmt. Hierdurch erhöht sich die vaskuläre Stickstoffbilanz, ohne das dabei Nebenwirkungen zu erwarten sind, wie dies bei der gleichzeitigen Einnahme von Nitraten z.B. der Fall ist. Auch eine gefährliche Dauererektion (die im ungünstigen Fall zu totaler Impotenz führen kann) ist hier nicht zu befürchten.

Die Aminosäure L-Arginin fällt nicht unter das deutsche Arzneimittelgesetz, sollte aber von seriösen Anbietern beziehungsweise von der Apotheke erworben werden. Denn auch da kreist auf dem, nennen wir es mal “freien Markt” jede Menge Bockmist.

Zum Schluss noch ein kurzes Wort zu  den vielfach erwähnten Generika-Produkten: Diese sind in Deutschland offiziell nicht erhältlich bzw. erwerbbar, jedoch außerhalb der Europäischen Grenzen um ein vielfaches billiger als ihre Originale. Wer diese bestellt, tut dies immer und ausschließlich  auf eigenes Risiko. Es gibt da Mittel, die sich inhaltlich, in Bezug auf die Wirkstoffe, nicht von den Originalen unterscheiden und es gibt auch Produkte mit sehr fragwürdigem Inhalt. “Salonfähig” werden Cialis-Generika erst dann, wenn das von Lilly Pharma gehaltene Patent (LU91017A) abgelaufen ist (welches höchstwahrscheinlich demnächst der Fall sein sollte). So lange können gut bezahlte Abmahn-Anwälte den “risikofreudigen” Verbraucher das Leben sehr schwer machen.

Sollte man jetzt jene Menschen, die auf ihr eigenes Risiko von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, moralisch verurteilen?

Da muss man sich doch eher die Frage stellen, wie es denn überhaupt möglich sein kann, dass entsprechende Patienten ein Arzneimittel aus eigenem Geldbeutel bezahlen müssen, obwohl die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit dieses Arzneimittels außer Frage steht. Wozu zahlen Patienten eigentlich hohe Beiträge in ihre Krankenkassen? Dass diese sich immer größere und schönere Paläste bauen können, dass sie sich auf dem Aktienmarkt weitere Spekulationen leisten, die dann zu Lasten der Beitragszahler “beglichen” werden, oder dass die Kassen ihren Managern weiterhin ein komfortables Leben ermöglichen? Diese Fragen sollte man sich stellen, ehe man gegen Otto Normalverbraucher die moralische Keule schwingt.